Aufbruch und Ankunft im Odenwald

Wieviel Heimat braucht der Mensch im globalen Dorf?

Der Mäusebussard ist unter den heimischen Greifvögeln am häufigsten anzutreffen. Mittel­lange, recht breite Flügel und ein eher kurzer, im kreisenden Segelflug weit gespreizter und abgerundeter Schwanz kennzeichnen seine Silhouette und das typische Flugbild. Mäuse­bus­sar­de sind extrem variabel gefärbt: Alter, Geschlecht oder Herkunft spielen für die Färbung keine Rolle. Selbst Jungvögel aus einer Brut können verschieden gefärbt sein.

Mäusebussard

Deutschland beherbergt über 50 Prozent des mitteleuropäischen Bestandes der Mäuse­bussar­de und trägt damit eine gewisse internationale Verantwortung. Der Bruterfolg kann vielerorts durch menschliche Einwirkungen ausbleiben, wenn während der Brutzeit im Brutrevier Holzeinschlag oder Baumaßnahmen stattfinden, durch Unkenntnis Störungen verur­sacht werden oder durch beabsichtigte Nachstellung Brutvögel und Junge sterben.

Bussard

Der Turmfalke ist ein kleinerer Vertreter seiner Gattung. Lange, schmale, spitz zu laufende Flügel und ein sehr langer Schwanz kennzeichnen seine Silhouette. Im Flug erkennt man ihn an den typischen spitzen Falkenflügeln und der markanten schwarzen 'Binde' am Schwanz­ende. Oft sieht man auch Turmfalken über offener Landschaft mit schnellen Flügel­schlä­gen und weit gespreiztem Schwanz gegen den Wind „auf der Stelle stehen“ (= Rütteln).

Falken

Das Flugbild des schnell fliegenden Wanderfalken ist gekennzeichnet durch seine typischen Falkenflügel, die allerdings an der Basis breiter sind als die der Turm- und Baumfalken. Darüber hinaus hat der Wanderfalke einen auffällig kräftigen Körperbau. Wanderfalken können eine Jagdgeschwindigkeit von über 200 km/h erreichen und stoßen dabei von oben auf ihre meist fliegende Beute herab.

Wanderfalke

Neben ausgesprochenen Nahrungsspezialisten wie z. B. Wespenbussard gibt es auch Gener­al­isten, die viele verfügbare Nahrungsquellen nutzen. Die Spanne der aktiv geschla­ge­nen Beutetiere umfasst Insekten, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere bis hin zur Grösse von Gänsen und Kranichen. Greifvögel sind generell durch Pestizide gefährdet, weil die Men­schen Ackerflächen chemisch behandeln und das Gift über die Beute aufgenommen wird.

Im Winter, wenn die Beute knapp oder unter dem Schnee schwer erreichbar ist, nehmen viele Arten auch gerne Kadaver bereits toter Tiere an. Damit sparen sie sich den zur Jagd erforder­lich­en Energieaufwand, denn Aas flieht und wehrt sich bekanntlich nicht! Die Mehrzahl der Greifvögel tötet ihre Beute durch Einsatz ihrer Fänge und Krallen, indem sie nach dem Zu­pack­en walgende Bewegungen mit den Fängen durchführen. Dies führt schnell zu inneren Blut­ung­en an den lebenswichtigen Organen der Beute und somit zum Tod; daher bezeichnet man diese auch als Grifftöter.