Aufbruch und Ankunft im Odenwald

Wieviel Heimat braucht der Mensch im globalen Dorf?

Streuobstwiesen sind eine traditionelle Form des Obstbaus bei der zumeist starkwüchsige, hochstämmige und großkronige Obstbäume in weiträumigen Abständen voneinander stehen. In den meisten Fällen bestehen Streuobstwiesen aus Obstbäumen verschiedener Arten und Sorten, Alters- und Grös­sen­klassen. Die genetische Vielfalt der alten Obstsorten - die meist unempfindlicher gegenüber Krankheiten sind - ist Grundvoraussetzung für die neue Züchtung moderner Sorten. Wenn die alten Sorten verschwinden, bedeutet dies große Probleme für Neuzüchtungen.

Die Römer brachten die Urformen vieler heute noch gebräuchlichen Obstarten nach Deutsch­land. Schon damals entstanden Obstgärten meist in der näheren Umgebung von Siedlungen. Im 15. und 16. Jahrhundert dehnte sich der Obstbau weiter in die freie Landschaft aus.

Streuobstwiesen

Vorbilder waren die üppigen Gärten der karolingischen Kammergüter, die Meyerhöfe und die Klostergärten. Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelten sich schließlich die Strukturen, die den Streuobstlandschaften bis heute ihren anmutigen Reiz verleihen.

Obstblüte

Streuobstbestände fördern die ökologische Vielfalt in landwirtschaftlich genutzten Gebieten. Sie sind Lebensraum für viele Säugetiere, Vögel und Kleinlebewesen, die bei intensiver Fläch­en­nutzung sonst keine Entwicklungsmöglichkeiten hätten. Hier ist noch ein großer Arten­reich­tum an Pflanzen und Tieren zu finden, denn die Artenvielfalt im Lebensraum Streuobstwiese entsteht durch die Kombination ganz unterschiedlicher Biotopelemente. Strukturelemente wie z. B. Steinhaufen, Holzstapel, Trockenmauern können die Güte dieses Biotoptyps weiter erhöhen.