Aufbruch und Ankunft im Odenwald

Wieviel Heimat braucht der Mensch im globalen Dorf?

Im Rekordtempo avancierte 'Nachhaltigkeit' zur vieldeutigen Metapher für fast alle Problemlagen - und davon gibt es wahrlich viele. 'Nachhaltigkeit' - selten hat ein Begriff so steil Karriere gemacht. 'Nachhaltigkeit' ist ein geflügeltes Mode- und Fremdwort geworden, aber auch ein Schimpf- und Lobeswort zugleich.

Keine Rede über die Zukunft unserer Gesellschaft kommt mehr ohne das Thema 'Nachhaltigkeit' aus. 'Nachhaltigkeit' ist zum ultimativen Stichwort für Politiker geworden die gerne zu allem das gleiche zu sagen haben und beschäftigt immer öfter Juristen. 'Nachhaltigkeit' ist Megathema unter Wissenschaftlern und wird zunehmend in Managementkreisen der Wirtschaft diskutiert.

Megatrends verändern die Welt...

Nachhaltigkeit

...zwar langsam, dafür aber grundlegend und langfristig.

Wer immer heutzutage etwas erreichen, produzieren oder verkaufen will, muss glaubhaft demonstrieren, dass es in jedem Fall den gesellschaftlichen Anspruch an 'Nachhaltigkeit' erfüllt. Dies wird zunehmend schwieriger und aufwändiger, denn 'Nachhaltigkeit' ist in das mediale Feuerwerk der Reklamesprache geraten: Nachhaltigkeit der Diät, nachhaltige Befreiung der Kopfhaut von Schuppen, nachhaltiger Ausbau der Kapitalkraft - geht’s noch?

Aufbruch des 'modernen' Menschen

Der 'Erfinder' der 'Nachhaltigkeit' hatte wahrscheinlich ganz anderes im Sinne. Hans Carl von Carlowitz vor etwa 300 Jahren formulierte, dass "immer nur so viel Holz geschlagen werden sollte, wie durch planmäßige Aufforstung durch Säen und Pflanzen wieder nachwachsen konnte". Carlowitz gilt als Schöpfer des forstwirtschaftlichen Nachhaltigkeitsbegriffes aus dem im Laufe des 20. Jahrhunderts der englische Begriff 'sustainable development' hervorging.