Aufbruch und Ankunft im Odenwald

Wieviel Heimat braucht der Mensch im globalen Dorf?

'Nachhaltige Entwicklung' (sustainable development) wird meist als Dreieck dargestellt, da es ökologische, ökonomische und soziale Aspekte der Nachhaltigkeit verbindet. Demnach bedeutet 'Nachhaltige Entwicklung', dass Umweltaspekte gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten Berücksichtigung finden. Die Formulierung: "Wir müssen unseren Kindern und Enkelkindern ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen, denn das Eine ist ohne das Andere nicht zu haben." ist als praxistaugliche Definition weit verbreitet.

Die oft unbedarfte und breite Verwendung des 'Containerbegriffes' Nachhaltigkeit macht ihn zu einem schillernden Begriff. Mit der Beliebtheit wachsen aber auch Zweifel, ob die mit 'Nachhaltigkeit' versprochene Harmonie von ökologischen, sozialen und ökonomischen Zielen im angesicht gesellschaftlicher Megatrends wie Individualisierung, Globalisierung und demografischer Wandel überhaupt zu erreichen ist.

Megatrends verändern die Welt...

Mensch & Umwelt

...zwar langsam, dafür aber grundlegend und langfristig.

Darüber hinaus wetteifert inzwischen eine ganze Reihe von Konzepten um den Titel des nachhaltigsten unter den Nachhaltigkeitsmodellen: Ein-Säulen-Modell, Pyramidenmodell und gewichtetes Drei-Säulen-Modell, Cradle-to-Cradle-Vision, Integratives Nachhaltigkeitsmodell, sowie die Triple Bottom Line und Triple Top Line Konzepte mögen geeignet sein für Medikamenten-Beipackzettel helfen verunsicherten Verbrauchern vorm Kühlregal ungefähr genausoviel weiter wie Schlittschuhe auf einer einsamen Insel im Pazifik.

Inschrift

Kulturgeschichte und Kulturlandschaft sind spätestens seit der ersten Sesshaftwerdung des Menschen untrennbar miteinander verwoben; stetig intensiviert, als Wälder gerodet, Feuchtwiesen trocken gelegt, Äcker kultiviert, Siedlungen gegründet und ausgeweitet wurden oder auch wieder aufgegeben wurden.

In den Dörfern Lautertals findet man noch heute zahlreiche Beispiele die den Blick in die umweltgeschichtliche Vergangenheit ermöglichen und dadurch ein Gefühl für die komplexen gesellschaftlichen und ökologischen Sorgen und Nöte unserer 'Großvätergeneration' zu erhalten. Gerade ländliches Leben und Wirtschaften war und ist seit jeher unabdingbar mit seinem natürlichen Umfeld verwoben.

Vieles wird dem Betrachter bekannt vorkommen, denn die 'modernen' Probleme und Überlegungen sind meist nicht wirklich neu. Mit einem Unterschied: So, wie früher sorglos immer alles so weitergehen sollte, rennen wir heute wie eine Hammelherde in die andere Richtung.