Aufbruch und Ankunft im Odenwald

Wieviel Heimat braucht der Mensch im globalen Dorf?

Megatrends sind Ergebnis und Auslöser langwelliger Veränderungsprozesse in Gesellschaft, Technologie, Schule, Bildung und Arbeitsleben, Soziale Normen und Werte. Megatrends muss man nicht vorhersagen, denn sie sind schon da. Sie prägen unser Leben bevor wir erkennen, dass wir bereits ein Teil davon geworden sind.

Wir haben unglaubliches Schwein gehabt. Wir haben keinen Krieg erlebt.
Wir sind im Wohlstand aufgewachsen; wir können reisen, wohin wir wollen
und wir haben viele Ideen, um dies alles weiter zu entwickeln.

Die Vielfalt Leben leben

Individualisierung gehört zu den größten treibenden Kräften, die Gesellschaft und Wirtschaft massiv verändern. Schule, Ausbildung, Arbeit, Heirat, Kinder, Tod? Nur noch wenige Lebensläufe folgen diesem 'roten Faden'. Brüche, Umwege und Neuanfänge bestimmen zunehmend das Bild einer Gesellschaft die sich selbst immer mehr Freiheiten gibt und dafür auch bereit ist die notwendigen Entscheidungen selbst zu verantworten. Dadurch verändert sich der Werte-Massstab was häufig als Werteverfall erlebt wird.

Nostalgie

Mit der Auflösung der traditionellen Geschlechterrollen finden massive Umbrüche statt. Frauen streben verstärkt nach Führungspositionen, während Männer ihr Recht auf Zeit mit der Familie einfordern. Neue Männer und Frauen finden ihre Lebensbalance in beruflicher Verwirklichung und in Beziehungs- und Familienmodellen abseits der alten Vater-Mutter-Kind-Konstellation.

Die Lebenserwartung steigt weltweit. Die Gesellschaft wird nicht nur älter, wir altern anders als Generationen vor uns. Der Effekt des 'Downaging' beschreibt das Verlassen klassischer Altersrollen die bislang den 'Senioren' zugeordnet wurden. Anstatt sich in den Ruhestand zu verabschieden bleiben ältere Menschen ganz selbstverständlich in Form von Ehrenamt, Erwerbsleben oder einem Universitätsstudium in der Gesellschaft aktiv.

Bildung im Zeitalter der Wissensexplosion verändert sich in den Lernformen und -inhalten. Digitale Medien ermöglichen einen immer leichteren Zugang zu einer immer größer werdenden Wissensmenge. Informationen, Wissen und Bildung sind nicht mehr an Papier und Bibliotheken oder Lernorte gebunden und von denen abhängig die diese Schätze hüten. Bildung und sozialer Aufstieg sind damit nicht mehr zwangsläufig von der sozialen Herkunft abhängig.

alles reine Nervensache

Der Wandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft spiegelt sich auch veränderten Unternehmensstrukturen und Arbeitsinhalten wieder. Service-, Informations- und Kreativarbeiter rücken ins Zentrum des Wirtschaftens. Die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben verschwimmen zusehends und viele festangestellte Mitarbeiter entwickeln ihre Karriereplanung als Unternehmer in eigener Sache.

Gesundheit bedeutet nicht mehr nur das Gegenteil von Krankheit, sondern ein Bewusstsein für die Ressource der individuellen Leistungsfähigkeit. Medizin - im Sinne der Anwendung einer konkreten Behandlung im Falle einer Erkrankung - ist nur noch ein Teil im gewaltigen Gesundheitssektor. Gesundheit ist ein gutes Verkaufsargument und durchdringt längst unser Lebens- und Konsumverhalten.

Hessen Forst

Neo-Ökologie ist mehr als „Naturschutz“ und hat längst nichts mehr mit Birkenstock-Sandalen und kratzigen Wollpullis zu tun. Neu daran ist, dass sie Nachhaltigkeit und Effizienz in allen Bereichen bedeutet: In der Finanzwirtschaft ebenso wie im Städtebau, in Mobilitätskonzepten oder im moralischen Konsum. Was in den vergangenen Jahrzehnten eher eine Beschäftigung für elitäre Minderheiten war, wird jetzt zum Mainstream: Bio wird der neue Standard. Es wird derzeit davon ausgegangen, dass bereits 30 bis 40 % der Konsumenten in Deutschland ihr Konsumentenverhalten mehr oder weniger nach diesem Lebensstil ausrichten.

Klassische Führungs- und Organisationsstrukturen werden durch netzwerkartige Unternehmensstrukturen abgelöst. Dieser Wandel ist zwar vordergründig ein technisch getriebener; dahinter jedoch stehen soziale Motive, denn Unternehmen müssen bei der Besetzung anspruchsvoller Jobs auch ein ansprechendes Arbeitsumfeld (z. B. Kompetenzen, Zusammensetzung von Projektteams, Unternehmenskultur) bieten.

Landflucht klingt nach Panik; Urbanisierung dagegen beschreibt die Vermehrung und Vergrößerung von Städten nach Zahl, Fläche und Einwohnern - und klingt nebenbei auch viel cooler. Seit dem Jahr 2007 leben mehr Menschen in Städten als im ländlichen Raum - Tendenz stark steigend. Viele negative Effekte im Thema Klimawandel oder Rohstoffknappheit werden zum größten Teil leider durch das Leben in Städten verursacht.

Landfluch(t)

Mobilität ist eine Grundvoraussetzung unseres Lebens und Wirtschaftens geworden. Von unserer privaten Mobilität hängt ab, ob wir künftig die guten Jobs bekommen und unsere Lebensqualität steigern können. Mit der Diskussion um Ressourcenknappheit und der Forderung nach Nachhaltigkeit verändert sich jedoch auch unsere Auffassung von Mobilität - und unser Mobilitätsverhalten.